Alltag mit Familie und Depression: zur Wichtigkeit von Auszeiten

Die meisten von uns haben davon zu wenig: Zeit für sich selbst! Irgendwo habe ich vor gar nicht allzu langer Zeit einen klugen Spruch entdeckt: Zeit hat man nur dann, wenn man sie sich nimmt!
Wie wahr, wie wahr, kann ich dazu nur sagen. Gerade mit Familie kennt man das ja: Zuerst kommt der Nachwuchs und danach lange Zeit nichts. Und genau so soll es auch sein! Eigentlich…

Bloß: Bei allem, das man für die lieben Fortpflänze tut und gibt, darf man auf eine wichtige Person nicht vergessen: sich selbst! Auszeiten vom Familienalltag sind verdammt wichtig, um nicht…

… naja, wahnsinnig zu werden, würde ich sagen! 😉 (So viel Ehrlichkeit muss sein!)

 

Auszeiten muss man sich nehmen

Wenn man außerdem an einer Depression leidet und sowieso schon mit seinen Energiereserven jonglieren muss, sind diese Auszeiten umso wichtiger. In der Therapie habe ich da riesige Fortschritte gemacht, wenn es darum geht, den Fokus auch einmal auf mich und meine Bedürfnisse zu lenken.

Wenn es mir gut geht, dann bleibt der Schatten nämlich länger fern. Und wenn das der Fall ist, ist das auch für meine Familie ein Segen. Ist irgendwie logisch! Genau aus diesem Grund sind mir meine Auszeiten heilig. Und wenn die Welt droht unterzugehen, dann muss sie eben ganz einfach damit warten! Denn meine Auszeit hat Vorrang! Immer!

 

Auszeit von Familie und Depression: Aller Anfang ist schwer

Ich kann mich noch lebhaft an die ersten Auszeiten (also nicht diese schrecklichen „Aus“Zeiten, als mich die Diagnose Postpartale Depression dahingerafft hat und ich zu nichts mehr fähig war, sondern die ECHTEN Auszeiten, bei denen ich mir bewusst schöne Erlebnisse nur für mich allein gegönnt habe) erinnern.

Anfangs war es seltsam. Da saß ich nun allein vor meinem Früchtetee im Café oder auf meiner Matte im Yogakurs und Herzallerliebst und die Rübe waren gefühlte tausend Kilometer weit weg. Schafft ER das wirklich? Wird es ihm tatsächlich nicht zu viel? Vermisst SIE mich wohl wie verrückt, wenn ich nicht da bin, um sie ins Bett zu bringen? (Ich will ja nicht angeben, aber niemand hat die Rübe in den damaligen Zeiten so gut in den Schlaf gesungen wie ich! ;))

Die schonungslose Wahrheit: Die beiden kamen ganz wunderbar ohne mich klar und haben die Zeit miteinander (und vielleicht auch die Auszeit von mir ;)) in vollen Zügen genossen.

Und meine Wenigkeit kehrte nach einigen Stunden in trauter Einsamkeit entspannt und innerlich ausgeglichen zurück. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten also! Es dauerte nicht lange und diese Auszeiten wurden zu einem festen Bestandteil in meinem Alltag mit Kind. Ganz ohne schlechtes Gewissen, dafür mit ganz viel Zuwachs an Energie, Zuversicht, Fröhlichkeit und Entspannung.

 

Familie und Depression: Wie Auszeiten dabei helfen können, im Lot zu bleiben

Auch nach der Geburt vom Wurl (ja, zwei Kinder sind definitiv anstrengender als eines ;)) habe ich meine Auszeiten beibehalten. Und Herzallerliebst achtet ebenfalls darauf, dass seine Hobbies (er trainiert regelmäßig) nicht zu kurz kommen. Die richtige Planung ist alles! Wir finden stets eine gute Balance zwischen Exklusivzeit und Familienzeit.

Mir persönlich helfen diese Auszeiten wahnsinnig dabei, den Fokus auf mich zu richten und bewusst in mich hineinzuhorchen, um herauszufinden, wie es mir geht. Gerade im Hinblick auf die Depression ist das wichtig, um herannahende Krisen frühzeitig zu erkennen. Im Alltag, neben zwei sehr fordernden Kindern, fehlt mir dafür oft die Ruhe. Im Schwimmbad, beim Yoga oder im Café kann ich meine Gedanken ganz anders fließen lassen!

 

Alltag mit kleinen Kindern: Bitte keinesfalls die Paarzeit vernachlässigen

Etwas, das uns beiden, Herzallerliebst und mir, ungeheuer wichtig ist, ist Zeit für uns als Paar!

In vielen Familien geht oft genau diese Exklusivzeit unter und traute Zweisamkeit bleibt auf der Strecke. Da kommt es uns natürlich zugute, dass die Rübe und der Wurl eine sehr enge Bindung zur besten Oma der Welt haben. Dort dürfen sie auch regelmäßig ein paar Tage verbringen und werden verwöhnt bis zum Umfallen. Diese Zeit nutzen Mama und Papa dann ganz intensiv für gemeinsame Unternehmungen, Gespräche oder sogar kurze Städtetrips.

 

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