Ernährung und Depression: Können die richtigen Rezepte Symptome lindern?

Als Ernährungswissenschaftlerin bin ich beim heutigen Beitrag ganz besonders in meinem
Element. Er soll sich nämlich um Depression und Ernährung drehen.

Uns allen ist die Wichtigkeit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung nicht fremd.
Gerade mit Kindern rückt die Thematik noch stärker ins Zentrum. Klar, niemand von uns
möchte dem langersehnten Nachwuchs mit Junk Food und Konsorten gesundheitliche
Steine in den Weg legen. Also zumindest gehe ich davon aus …

Doch kann uns eine bestimmte Ernährungsweise dabei behilflich sein, die Symptome
einer Depression zu lindern? Als Mama mit Depression UND Profi im Ernährungsbereich
habe ich mich näher damit beschäftigt.

 

Nahrung und ihr Einfluss auf das Wohlbefinden

„Du bist, was du isst!“ Dieses Sprichwort kennt man! Essen wir gesund und ausgewogen,
dann wirkt sich das deutlich auf unser Wohlbefinden aus. Stoffwechsel, Fitness und
Aktivität: In einer Vielzahl von Bereichen läuft es mit dem richtigen Treibstoff irgendwie
runder! Viele Erkrankungen (vor allem im Alter, aber auch schon bei recht jungen
Menschen) sind auf eine unüberlegte und ungesunde Ernährung zurückzuführen.

Stellt sich Nachwuchs ein, rückt das Thema Ernährung gar noch ein wenig mehr in den
Fokus. Ernährung in der Schwangerschaft, Ernährung und Stillen, Ernährung ab
Beikosteinführung, Ernährung des Kindes generell – all das ist uns nicht unbekannt! Die
Weltgesundheitsorganisation gibt dazu übrigens sogar offizielle Empfehlungen heraus.

Was eher weniger bekannt ist (und selbst meine Wenigkeit musste sich da einlesen und
das trotz Studium der Ernährungswissenschaften): Auch auf manche psychische
Erkrankungen, deren Ausbruch sowie Verlauf, nimmt die Art und Weise, in der wir uns
ernähren, Einfluss. Und manchmal gar nicht so geringen! Klar, dass mich das vor allem in
Bezug auf Depression interessiert!

 

Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Ernährung
und Depression

Bereits mehrere Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen
Ernährungsgewohnheiten und Depression hin. So gilt es als belegt, dass Folsäure,
Omega-3- Fettsäuren, Nüsse und Hülsenfrüchte sowie (ganz klassisch!) Obst und Gemüse
das Risiko, an einer Depression zu erkranken, verringern können. Bei bestehenden
Depressionen vermag die Ernährungsweise der Patienten Einfluss auf deren Befindlichkeit
und Stimmung zu nehmen. Höchste Zeit also, ihr in der ganzheitlichen Therapie von
depressiven Erkrankungen einen entsprechenden Platz einzuräumen!

 

Die richtige Ernährung als Eckpfeiler bei der Therapie von
Depression

Schon klar, bei all dem, was über ein normales Ausmaß an Traurigkeit hinaus geht (also
alles klinisch Relevante), müssen „schwere Geschütze“ (Therapie, eventuell Medikation)
aufgefahren werden. Was dennoch nicht vernachlässigt werden darf, ist der ganzheitliche
Aspekt bei der Therapie von Depression. Hierzu zählen meiner bescheidenen Meinung
nach vor allem Sport (siehe auch mein Beitrag über Yoga) und Ernährung.

Ernährung spielt in meinem und unserem Leben ohnehin eine sehr wichtige Rolle. Das soll
nicht heißen, dass ein Stück Pizza oder ein Burger ab und zu tabu sind, ganz und gar
nicht. Grundsätzlich wird bei uns aber frisch und gesund gekocht. Seit die Rübe und der
Wurl da sind, ist mir das sogar ein noch größeres Bedürfnis. Kompromisse gibt es hier
wenige. Auch Bio-Lebensmitteln sind Pflicht (bei uns daheim schwinge eher ich den
Kochlöffel, Herzallerliebst hat andere Vorzüge ;)). Ich koche gerne und probiere mit
Vorliebe neue Rezepte aus. Als Ernährungswissenschaftlerin habe ich ganz bestimmt eine
recht strenge Herangehensweise zu dem Thema und auch Herzallerliebst achtet als
Sportler durchaus darauf, was er zu sich nimmt.

Das Zusammenspiel von Depression und Ernährung näher unter die Lupe zu nehmen, war
also durchaus wichtig für mich. Und in der Praxis hat so manche Erkenntnis Einzug in unsere Küche gehalten!

 

Was bewirken Vitamine im Hinblick auf Depression?

Manche Betroffene wissen: Eine Depression geht in den meisten Fällen mit
Schwierigkeiten in der Produktion von Botenstoffen (zum Beispiel Serotonin oder
Dopamin) im Gehirn einher. Es kommt zu einem Mangel dieser Neurotransmitter (so nennt
man die Botenstoffe in der Fachsprache), das psychische Gleichgewicht ist massiv
gefährdet.

Nährstoffe wie Magnesium oder B-Vitamine (B6, B9, B12) regen die Bildung von
Neurotransmittern im Gehirn an. Deren positive Wirkung beim Hang zu depressiven
Verstimmungen, oder gar bei klinischer Depression, liegt auf der Hand.

 

Gesunde Ernährung bei Depression: Was bedeutet das in der Praxis?

Die Faustregel im Hinblick auf Ernährung bei Depression? So wenig industriell
Verarbeitetes wie möglich! Das bedeutet in der Praxis: Finger weg von Fertiggerichten! Bei
frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln darf dafür aus den Vollen geschöpft werden.

Echte Booster in Bezug auf auf Omega-3- Fettsäuren sind neben Lachs und Thunfisch
auch Leinöl oder Leinsamen. Vitamin B6 und B12 finden sich zuhauf in Hühner- und
Schweinefleisch, Getreide, Kartoffeln, Kohl, Linsen, Salat, Bananen, Milchprodukten oder
Eiern. Vitamin B9/Folsäure ist in Lebensmitteln wie Spinat, Spargel, Brokkoli, Nüssen oder
Vollkornprodukten enthalten. Und wer eine Extraportion Magnesium verkochen möchte,
der greift zu Hülsenfrüchten oder Haferflocken.

Man kann es schon erahnen: Aus diesen einzelnen Zutaten lassen sich hervorragende
Gerichte zaubern, mit deren Hilfe der Depression der Kampf angesagt wird. Der Fantasie
sind hier keine Grenzen gesetzt! Ob knackige Salate mit Lachs oder Thunfisch,
Spinatstrudel beziehungsweise -lasagne oder doch lieber Linsen- oder
Brokkolicremesuppe? Gekocht wird, was gesund ist und schmeckt! Ob mit oder ohne Depression!

 

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