Fasching: Man braucht keine Depression, um verrückt zu sein!

Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass manche Dinge, die einem früher eigentlich total egal waren, zu etwas Besonderem werden, sobald man Kinder hat. Schon seit Wochen freuen sich die Rübe und der Wurl nämlich auf das Fest aller Feste: Fasching! Und meine Depression? Die hält sich momentan zum Glück vornehm zurück. Das ist auch gut so, denn ich habe alle Hände voll zu tun. Schließlich müssen nicht alle Tage zwei Narren fabriziert werden!

 

Fasching: Die Kinder freuen sich und die Depression hat Pause

Die Rübe und der Wurl freuen sich. Okay, okay, freuen ist maßlos untertrieben … Die beiden sind vollkommen aus dem Häuschen und stellen jeden Tag gefühlte 360 Überlegungen an, als was sie sich denn nun WIRKLICH verkleiden möchten. Langsam sollte die Entscheidung allerdings fallen, denn die Zeit drängt. Schließlich muss Mama die Verkleidungen noch kaufen. (NEIN, ich nähe sie nicht selbst! Ich bin da ungefähr so talentiert wie ein Bär mit zwei gebrochenen Tatzen! ;)) Aber ein paar wenige Tage bleiben mir ja zum Glück noch, bevor am Faschingsdienstag in Kindergarten und Schule der Bär steppt! 😉 Oder doch der Vampir? Oder vielleicht die Prinzessin? Oder der Polizist? Mal sehen …

 

Vor einem Jahr stand Fasching ganz im Zeichen des Schattens

Genau solche Gedanken (Wo finde ich im letzten Moment das passende Kostüm??) sind es, die mich glücklich machen und unendlich erleichtern. Denn letztes Jahr um diese Zeit ging es mir psychisch alles andere als gut. Und obwohl ich mich wirklich angestrengt habe, in Faschingsstimmung bin ich echt nicht gekommen. Nicht einmal annähernd. Die Depression hatte mich einfach zu fest im Griff. Schlussendlich musste sich Herzallerliebst um Planung, Verkleidung und das Schminken kümmern. Sehr zum Entsetzen der Kinder, denn leider kann er das nicht ganz so gut wie meine Wenigkeit! Wenn ich ehrlich bin, kann der Kerl das sogar kein bisschen gut. Unsere Kinder finden das übrigens auch!

 

Depression bedeutet nicht automatisch, nur unglücklich zu sein

Und jetzt sitze ich, die ich in grauen Vorzeiten nun wirklich nichts vom Fasching hielt (Berlin ist ja auch nicht unbedingt als Faschingshochburg bekannt), mit zwei aufgekratzten Minis da, plane Verkleidung und Partydetails und bin selbst ganz aufgeregt. Weil sich die beiden so freuen! Und weil sich eben niemand so schön freut, wie ein Kind das kann. Diese Freude ist so wunderbar ansteckend und im Moment ist das genau das Richtige. Denn, bloß weil man an einer Depression leidet, ist nicht alles automatisch tiefschwarz und verregnet. Im Gegenteil! Manchmal ist das Leben sogar kunterbunt, oder zumindest ganz normal.

Und genau dann plant man als liebende Mama eben Verkleidungen, backt Muffins für das Kindergartenfest, besorgt Süßes und Luftballons für die Faschingsparty in der Schule und freut sich, dass es einmal im Jahr eben vollkommen normal ist, wenn man ein bisschen verrückt ist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.