Johanniskraut: ein altes Heilmittel gegen Depression, Angst und Stimmungsschwankungen

Eines vorweg: In meinen größten Tälern der Depression hat mir nur eine medikamentöse Einstellung (Antidepressivum) geholfen. Ich scheue mich aber auch nicht davor, Chemie zu schlucken, wenn es gar nicht anders geht. Das liegt sicher auch daran, dass ich ja nicht nur für mich allein funktionieren muss. Als Mama muss ich für die Rübe und den Wurl da sein. Geht nicht, gibt’s da nur in absoluten Ausnahmefällen! Also muss ich einfach alles versuchen, damit es eben geht.

Bin ich nach einem Tief aber über längere Zeit stabil, schleiche ich das Antidepressivum in Absprache mit meinem Psychiater normalerweise aus. Dann versuche ich, mit pflanzlichen Alternativen ein halbwegs gutes psychisches Gleichgewicht zu erreichen. Wie eine Seiltänzerin fühle ich mich manchmal dabei. Zum Glück gibt’s aber Sicherheitsnetze. In dem Fall hat das Sicherheitsnetz einen Namen: Johanniskraut!

Es mag nicht weiter verwundern: Depression, Angst und Stimmungsschwankungen sind so alt wie die Menschheitsgeschichte. Nur hatten die Menschen vor vielen Jahrhunderten keine Chemie zur Verfügung, um Beschwerden zu lindern. Also taten unsere werte Vorfahren das, was wir (leider) oftmals schon vergessen und verlernt haben: Sie holten sich Hilfe aus der Natur!

Schon lange ist die entspannende und beruhigende Wirkung von Baldrian, Passionsblume, Kava Kava, Hopfen oder Safran bei Verstimmungen, Ängsten, Unruhen und sogar handfesten Depressionen bekannt. Der Ferrari unter den Heilpflanzen gegen Depression ist aber ganz sicher Johanniskraut. Angeblich wirkt es bei leichten (oder manchmal auch mittelschweren) Depressionen ähnlich gut wie so manches Antidepressivum. Und das mit weniger Nebenwirkungen im Gepäck! Grund genug also, der sonnengelben Pflanze eine Chance zu geben, sich zu beweisen.

Johanniskraut hilft nicht nur, es sieht auch relativ hübsch aus, wie ich finde. Es ziert nämlich tatsächlich ein Fleckchen im Garten meiner Mama! Dort blüht es um den Johannistag (24. Juni) goldgelb. Die getrockneten Blüten kann man beispielsweise für Tees oder Salben nutzen. (Im Kampf gegen die Depression schwöre ich auf hochdosierte Mittel aus der Apotheke oder dem Reformhaus)

 

Johanniskraut gegen Depression: Wie wirksam ist es wirklich?

Die Wirksamkeit von Johanniskraut bei innerlicher Anwendung ergibt sich aufgrund seines Einflusses auf das Nervensystem. In Studien konnte belegt werden, dass es die Botenstoffe im Gehirn ausbalanciert. Kein Wunder also, dass man Johanniskraut mit Vorliebe bei Stimmungsschwankungen, Unruhen, Ängsten und leichten bis mittleren Depressionen einsetzt.

Dabei kann ich bezeugen: Johanniskraut ist (im Gegensatz zu so manchem chemischen Mittel) recht arm an Nebenwirkungen. Ich persönlich vertrage es sehr gut. Das Beste: Selbst in der Schwangerschaft und Stillzeit kann es grundsätzlich problemlos eingenommen werden. (Achtung: Klärt dies unbedingt mit eurem Frauenarzt ab! Sicher ist sicher!)

Aber Vorsicht: Man darf auch hier keine Wunder erwarten. Ähnlich wie ein Antidepressivum, benötigen Johanniskraut-Präparate mindestens zwei Wochen Zeit, bevor Veränderungen spürbar werden. Außerdem – und das ist ganz wichtig – hat es Einfluss auf die Wirkung der Pille, also während der Einnahme unbedingt zusätzlich verhüten, außer die Familienplanung ist in vollem Gange! 😉

 

Hausmittel gegen Depression: die richtige Anwendung von Johanniskraut

Nachdem ich selbst schon einige Zubereitungsarten probiert habe, ein kleiner Tipp: Investiert in gute, hoch dosierte Kapseln oder Tabletten. Tees sind zur Linderung von depressiven Symptomen eher nicht geeignet. Außer vielleicht, man trinkt ihn literweise, aber ganz ehrlich: So gut schmeckt er nicht! 😀

In Apotheken, Drogerien und Reformhäusern findet ihr Johanniskraut-Präparate in der Regel mit einem Anteil von etwa 500 mg des Extraktes. Die empfohlene Tagesdosis liegt etwa bei 500 – 1000 mg. Grundsätzlich gilt: Ausprobieren und im Zweifelsfall Beratung in Anspruch nehmen, denn wir alle sind und reagieren unterschiedlich. Zu Beginn der Johanniskraut-Therapie wird manchmal sogar empfohlen, eine höhere Dosis einzunehmen. Überdosierungen sind hier nämlich kaum zu erwarten!

Bleibt mir nur zu sagen: An alle da draußen, die mit Verstimmungen, Ängsten oder leichten (bis mittleren) Depressionen kämpfen, Johanniskraut ist zumindest einen Versuch wert! Aber nicht vergessen: Diese Heilpflanze benötigt Zeit, um zu wirken! Und vor allem: Sie senkt die Wirksamkeit der Pille! Und natürlich gilt: Bei Krisen oder stärkeren Ausprägungen der Depression, bleibt einem der Gang zum Psychiater (und entsprechende Medikation) nicht erspart!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.