Mama macht frei: Wie wichtig Auszeiten sind, um die Depression in Schach zu halten

Dass Depressionen in den Industrieländern unaufhaltsam auf dem Vormarsch sind, wundert mich kein bisschen. Die Anforderungen an den Einzelnen nehmen drastisch zu. Dabei ist kein Ende in Sicht! Auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis beobachte ich das immer wieder.

 

Stress lass nach: Depression und Burn-Out auf dem Vormarsch

Im Job hat man alles zu geben, Überstunden sind mittlerweile Usus und selbst nach Feierabend läutet das Diensthandy fröhlich weiter. Darüber hinaus gilt es, einen picobello sauberen Haushalt zu führen und den zukunftsträchtigen Nachwuchs nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern. Und zwar in jeder erdenklichen Art und Weise!

Wo die lieben Kleinen früher einfach nur Kinder sein durften, müssen es heutzutage mindestens der Englischkurs im Kleinkindalter, Musikerziehung im Vorschulalter und der Programmierkurs in der Grundschule sein. Nebenbei haben Mama und Papa natürlich stets wie aus dem Ei gepellt auszusehen und die eigene Fitness und Gesundheit darf ebenfalls nicht zu kurz kommen.

Blöderweise hat der Tag aber nur 24 Stunden und die Zahl jener, die von Stresssymptomen bis hin zur handfesten Depression oder Burn-Out betroffen sind, wächst munter weiter. Und irgendwann geht dann gar nichts mehr!

 

Was tun gegen Depression und Burn-Out? Auszeiten sind wichtig!

Umso wichtiger ist es, seine eigenen Auszeiten wichtig genug zu nehmen. Sich bewusst darauf zu konzentrieren, was zählt und sich Situationen zu schaffen, in denen man bewusst auftanken kann und darf. Ganz ohne Diensthandy, Haushalt oder Erziehungspflichten. Einfach nur für sich selbst!

Dieses Loslassen und Zeit für sich selbst nehmen, das habe ich auch erst einmal lernen müssen. Viel zu sehr sind wir mittlerweile im Hamsterrad gefangen und hinterfragen das nicht so wirklich. Doch fängt man erst einmal an, sich bewusst auf sich selbst zu konzentrieren und Auszeiten in den oftmals stressigen Alltag auch tatsächlich einzubauen, gelingt es irgendwann ganz von selbst. Meine Auszeiten sind mir mittlerweile heilig und es muss schon sehr viel passieren, damit ich freiwillig auf sie verzichte. Einiges aus meinem Auszeiten-Fundus ist sogar längst zum fixen Ritual geworden, das mir Kraft und Energie gibt. Aber lest selbst!

 

Zeit nur für mich! Was hilft, dem Stress zu entfliehen

Natürlich ist es individuell sehr verschieden, was einem dabei hilft, Ballast abzuwerfen, zu entschleunigen und sich nur auf sich selbst zu konzentrieren. Die einen müssen sich auspowern, die anderen benötigen Stille, um runterzukommen. Und manchmal ist es gerade die Mischung, die einen zur Ruhe kommen lässt. Natürlich kann ich nur für mich selbst sprechen (oder besser: schreiben), aber vielleicht könnt ihr ja trotzdem die eine oder andere Anregung für euch mitnehmen. Das würde mich jedenfalls sehr freuen!

 

Wirksam gegen Depression: Sport und Bewegung

Bereits in meinem Artikel über Yoga (die beste Sportart überhaupt) habe ich es anklingen lassen: Yoga hilft mir im Kampf gegen die Depression total gut! Nicht nur körperliche Bewegung, die depressiven Verstimmungen durch entsprechende Hormonausschüttung an den Kragen geht, trägt dazu bei. Wesentlich sind auch die Atmung und das Fokussieren auf die wichtigste Person überhaupt: sich selbst!
Außerdem ein ganz großartiger Nebeneffekt bei dieser Sportart: Yoga kann praktisch immer und überall ausgeführt werden! Man braucht dazu bloß eine Matte und bequeme Kleidung. Ob man seine Yoga-Übungen nun alleine im stillen Kämmerchen durchzieht oder einen Kurs besucht und Kontakt zu anderen Yoga-Begeisterten sucht, bleibt einem selbst überlassen. Sogar durch einen Trainer begleitete Yoga-Reisen gibt es!
Und wenn man seine Auszeit nicht vollkommen alleine durchziehen möchte, sondern der liebe Nachwuchs nicht stört: Auch Yoga für Kinder ist super! Es gibt tolle Eltern-Kind-Übungen und sogar Kinder-Yoga-Kurse oder Familien-Yoga. Das nur als Anregung! Zu meinem Bedauern interessieren sich die Rübe und der Wurl leider kein bisschen für Yoga.

Gegen Depression hilft aber natürlich nicht nur Yoga, sondern Bewegung und Sport jeglicher Art: ein ausgedehnter Schwimmbadbesuch mit anschließendem Saunagang, Laufen, Wandern, Spaziergänge (lassen sich prima in den Alltag einbauen), Fitnesscenter (das ist Herzallerliebst‘ Zweitwohnsitz), Fußball, Tennis, Badminton,… Der sportlichen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

 

Auszeit vom Mama-Sein: Man reiche mir Kaffee und eine Zeitschrift!

Meine Lieblingsauszeit für zwischendurch? Ich setze mich für eine halbe Stunde in mein Stammcafé bei uns ums Eck. Nur ich, mein Latte und eine Zeitschrift. Niemand, der etwas von mir braucht oder will. Um mich herum kann die Welt untergehen, mir macht das nichts aus, solange ich Kaffee und Lesestoff habe. Solche kleinen Auszeiten vom Alltag als Mama versuche ich wöchentlich zumindest einmal unterzubringen. Wenn ich dann wieder heimkomme, habe ich neue Energie für den ganz normalen Wahnsinn Familie. Ob Koffein nun tatsächlich auch gegen Depression wirkt, kann ich nicht beurteilen. Aber ich bilde es mir zumindest ganz fest ein! 😉

 

Wenn alle Stricke reißen: Wasser und Kerzenschein

Wenn ich mich nicht gut fühle, mich Selbstzweifel quälen, ich traurig bin und die Wohnung so gar nicht verlassen möchte (das kommt mit Depression leider häufig vor), dann gönne ich mir eine Runde Homemade-Spa. Die Rübe und der Wurl werden dann mit Herzallerliebst zum Toben nach draußen geschickt und ich okkupiere das Badezimmer. Kerzenlicht, ein gut riechender Badezusatz, warmes Wasser und leises Plätschern. Manchmal auch Musik! Das hilft mir, um wieder zur Ruhe zu kommen und das Gedankenkreisen zu druchbrechen.

 

Es grünt so grün: Natur kann Depressionen lindern

Es ist ja längst bewiesen, dass Natur leichte Symptome bei Depression lindern kann. Das kann ich nur bestätigen! Wenn mir (oder uns allen) die Decke auf den Kopf fällt, hilft ein Waldspaziergang oftmals Wunder. Wichtig dabei: Handy auf jeden Fall zuhause lassen!

Die Farben der Natur wirken entspannend und entschleunigend. Dazu die moderate Bewegung und frische Luft und schon kann man seine Gedanken so richtig schön fließen lassen. Faszinierend ist für mich, wie stark sich die Natur dem Wandel der Jahreszeiten unterwirft. Und gerade mit Kindern sollten regelmäßige Ausflüge in die Natur sowieso Standard sein, finde ich. Denn auch die lieben Kleinen entspannt so ein Spaziergang in der Natur. Außerdem gibt es so wahnsinnig viel zu entdecken und (im wahrsten Sinne des Wortes) zu begreifen. Obwohl unsere Kinder mitten in der Stadt aufwachsen, können sie viele Pflanzen und Vogelarten benennen. Das macht uns sehr stolz. Außerdem sind ein Bach, Steine, Äste und Schlammpfützen das beste Spielzeug überhaupt!

 

Einfach mal raus! Freundschaften sind wichtig!

Bei Depressionen neigt man dazu, sich in sein Schneckenhäuschen zurückzuziehen und niemanden an sich heranzulassen. Davon kann ich leider ein Liedchen singen! Auch bei mir sind Freundschaften aufgrund der Depression schon zerbrochen. Sie zu pflegen ist nämlich ganz allgemein neben zwei kleinen Kindern nicht allzu einfach. Wenn dann noch das große Heulen dazu kommt, wird alles gleich nochmal schwieriger.

Hier habe ich bewusst angesetzt! Denn Freundschaften und ein entsprechendes soziales Umfeld sind sehr wichtig! Ich versuche bewusst, freundschaftliche Kontakte zu pflegen und so auch über Krisenzeiten hinaus zu erhalten (Wie sagt man so schön? Im Elend zeigt sich wahre Freundschaft!). Das heißt, regelmäßige Cocktailrunden mit den Mädels, ein Museumsbesuch mit meinem besten Freund oder ein Wellness-Trip mit meiner Schwester (wir sind wie Freundinnen!) sind bei mir Pflicht!

So viel zu meinen regelmäßigen Auszeiten! Was macht ihr Mamis und Nicht-Mamis (egal, ob mit Depression oder ohne) so, um wieder aufzutanken? Lasst es mich wissen, ich hole mir immer gerne neue Anregungen! 🙂

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