Sechs Sätze, die du als Mama mit Depression NICHT hören willst

Heute möchte ich gerne Nägel mit Köpfen machen, oder besser noch Butter bei die Fische, wie Herzallerliebst als gebürtiger Hamburger gerne sagt. Tut mir aber einen kleinen Gefallen: Nehmt diesen Beitrag nicht gar so ernst (nur ein bisschen ;)). Es handelt sich quasi um ein Sammelsurium an kuriosen Sprüchen, die man als (geoutete) Mama mit Depression häufig zu hören bekommt. Und mit dem man so manches Mal einfach noch weniger als gar nichts anfangen kann. Außer eben dass diese Ergüsse – je nach Gemütslage – einen zum Schmunzeln, Lachen, Weinen oder Kochen bringen können. Aber lest selbst …

 

Das wird schon wieder!

Diesen gut gemeinten Satz habe ich von Familienmitgliedern und Freunden so oft zu hören bekommen, dass er mir schon bei den Ohren raussprudelt. Ausgesprochen gerne kommt er übrigens auch in abgeänderter Form vor und klingt dann so: Alles wird gut!

Ich weiß, ich weiß, niemand meint es böse und man möchte mir bloß Mut machen. ABER: Wenn man in der Depression drinsteckt, dann fühlt es sich eben ganz anders an. Nämlich so, als würde NIE WIEDER alles (gut) werden. Und wenn dann jemand das Gegenteil behauptet, fühlt sich das ganz einfach nicht richtig an. (Obwohl man als grundsätzlich positiver Mensch – ja, das geht TROTZ Depression – natürlich tief im Herzen trotzdem ahnt, dass es auch wieder gute Phasen geben wird. Sonst würde man ja wahrscheinlich vollkommen verrückt werden!)

 

Du hast doch alles, das du dir gewünscht hast!

Ja und weiter? Ich weiß, ich weiß: Einen tollen Mann, zwei fabelhafte und gesunde Kinder und eine schöne Wohnung in der Hauptstadt, ich sollte also wunschlos glücklich sein. Doch jetzt kommt das große ABER: Ich habe eben auch eine Depression! Und wenn die zuschlägt, bin ich halt ganz einfach nicht glücklich. Weil gewünscht habe ich mir diese grauenvolle, lähmende und unnötige Depression garantiert nicht! Darauf gebe ich euch mein Wort!

(Das ändert aber natürlich nichts daran, dass ich unendlich dankbar bin für Herzallerliebst, die Rübe und den Wurl! Das sollte aber ohnehin klar sein, hoffe ich!)

 

Immerhin bist du gesund!

Wenn ich gerade in einer depressiven Phase feststecke und nicht mehr rausfinde, dann treibt mir dieser Satz – je nach Stimmungslage – entweder die Tränen in die Augen, oder aber die Zornesröte ins Gesicht! Besonders gerne bekomme ich ihn übrigens von älteren Semestern zu hören. Oder von Leuten, die einfach gar nichts mit dem Thema Depression anfangen können. Denn andernfalls wüssten sie, dass ich eben NICHT gesund bin! Ich habe wiederkehrende Depressionen. Das ist eine psychische Erkrankung nach ICD-10! Psychisch bin ich also nicht gesund, das bitte zu berücksichtigen und solche Sätze in Zukunft zu unterlassen. Herzlichen Dank!

 

Das ist doch kein Grund zu weinen!

Sagt wer? Wisst ihr was, Leute? Bei einer Depression muss man eben öfter mal weinen! Und häufig passiert das Weinen zu allem Überfluss völlig grundlos! Und eigentlich ist der Grund beim Weinen sowieso ganz egal. Denn wenn man weint, dann weint man eben! Gegen seine Emotionen ist man manchmal einfach nur machtlos. Willkommen in meinem Leben mit Depression, sag ich da nur. Macht es euch gemütlich! Tränen sind bei mir übrigens inklusive!

 

Du schaffst das schon!

Ich wiederhole: Sagt wer? Natürlich weiß ich, dass das gut gemeint ist, wenn mir jemand mit einem optimistischen: „Das packst du schon!“ Mut machen will. Doch wie sagte schon meine liebe Oma? Das Gegenteil von gut ist gut gemeint! Und damit hatte sie nicht so unrecht! Weil ganz ehrlich: In Zeiten, in denen mich der schwarze Schatten so richtig fest in seinen Klauen hat und mich nicht entwischen lässt, da denke ich so einiges! Der Gedanke, dass ich das schon schaffen werde, gesellt sich zu den (negativen) Gedanken aber meist leider nicht dazu…

 

Solche Tage kennt doch jeder!

Hmmm… Dazu kann ich nur sagen: Nein! Wenn man nicht zufällig selbst an einer Depression erkrankt ist, dann kennt man solche Tage eher nicht. Und dafür sollte man dankbar sein!

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