Yoga bei Depression: überraschende Wirkung

Im heutigen Beitrag soll es zur Abwechslung nicht um Vergangenheitsbewältigung gehen, sondern um etwas total Positives, das mittlerweile einen fixen Platz in meinem Alltag und in meinem Leben hat: Yoga!

Yoga hilft mir in Situationen, in denen es nicht ganz so prickelnd läuft und gibt mir ganz allgemein eine Extraportion Halt. Es verleiht mir Balance, Ausgeglichenheit und Stabilität, viel mehr, als ich es je für möglich gehalten hätte. Depression und Yoga? Einfach eine geniale Kombi, wie ich finde! 😉

 

Yoga und ich, eine Liebe fürs Leben? Das war nicht immer so!

Herzallerliebst und ich hatten vor vielen, vielen Jahren, wir zogen gerade mit Rucksäcken quer durch Asien, die Möglichkeit, eine Yoga-Session bei Profis mitzumachen. Wir waren noch nicht sehr bewandert, was das Thema Yoga angeht, trotzdem stürzten wir uns kopfüber (im wahrsten Sinne) ins Abenteuer. Bereits eine Stunde später waren wir sicher: Bei diesem einen Mal würde es bleiben! Verrenkungen ohne Ende und am nächsten Tag Hardcore-Muskelkater! Nein, das war wirklich kein Sport für mich. Auch Herzallerliebst blieb lieber seiner Kraftkammer treu.

Kein Wunder also, dass ich innerlich breit grinsen musste, als vor einigen Jahren in einer Gruppentherapiesitzung das Thema „Depression und Yoga“ auftauchte. Doch als betreffende Patientin ins Detail ging und die Vorzüge und positiven Auswirkungen bei sich selbst in höchsten Tönen lobte, wurde ich eben doch neugierig. Die Rübe war damals noch sehr klein und eine Sportart, der man bequem vom Wohnzimmerboden aus frönen kann, schien nicht die schlechteste Wahl. Und wenn es dann auch noch tatsächlich etwas für die Psyche bewirkt? Ich beschloss also, dass ich mich zumindest näher informieren würde.

 

Yoga hilft nachweislich bei depressiven Verstimmungen

Gesagt, getan! Und Google, mein treuer Freund und Helfer, ließ mich bald darauf mit offenem Mund dasitzen. Auf Anhieb fand ich nämlich Informationen zu verschiedenen Studien, die die positive Wirkung von Yoga auf Menschen mit klinischer Depression belegen. Natürlich, eine professionelle Bearbeitung (Therapie, eventuell medikamentöse Einstellung) der Problematik ist unverzichtbar, aber als zusätzliche Maßnahme bei Depressionen hat Yoga tatsächlich heilsame Wirkung. Grund genug also, sich näher damit zu beschäftigen! An diesem Abend recherchierte und las ich viel. Und was ich dabei erfuhr, hat mich überzeugt, Yoga eine zweite Chance zu geben.

 

Warum Yoga bei Depressionen wirkt

Wie gesagt, Yoga ist kein Ersatz für eine Psychotherapie und/oder psychiatrische Behandlung, aber wenn man sich wirklich darauf einlässt, kann es das psychische Wohlbefinden steigern, zu mehr Stabilität verhelfen und in Krisensituationen tatsächlich so etwas wie ein kleiner Anker sein. Bei mir persönlich hilft Yoga definitiv, um Symptome der Depression ein wenig zurückzudrängen, mich zu entspannen und aus der negativen Spirale ein wenig auszubrechen.

Was es dazu braucht? Nun, man muss sich ganz einfach auf das Thema einlassen und die positive Wirkung von Yoga auch annehmen und zulassen können. Grundsätzlich fußt das Ganze auf einer Kombination von Atemtechniken, Muskelanspannung und Meditation. Gleich mehrere Bereiche werden also abgedeckt und die positive Wirkung bei Depressionen bezieht sich meiner Meinung nach darauf, dass Körper UND Geist aktiviert werden.

 

Mehr Achtsamkeit: gerade bei Depression wichtig

Beim Yoga ist man im Hier und Jetzt, man lenkt seine Aufmerksamkeit, sein Bewusstsein gezielt auf sich, das Innere, das Fühlen. Auf diese Weise ist man ganz bei sich. Ein Zustand beziehungsweise ein Tun, der/das im Alltag oftmals zu kurz kommt (vor allem mit zwei kleinen Kindern). Der Begriff Achtsamkeit ist hier zentral. Achtsam-Sein mit sich, seinem Körper, seinem Geist, seinem Denken und Fühlen. Etwas, das mir in depressiven Phasen oftmals fehlt. Dieses bewusste Zeit nehmen und Steuern von Empfindungen, hilft mir dann sehr, mich und meine Gefühle wieder in den Fokus zu nehmen.

 

Und Bewegung ist sowieso heilsam

Das Ganze natürlich in Kombination mit dem sportlichen Aspekt! Der Kraftakt, der bei Yoga durchaus auch notwendig ist, wird oftmals unterschätzt. Yoga kann körperlich erschöpfend sein – auf die gute Art (ich sag nur Muskelkater ;))! Und dass Bewegung die Stimmung hebt, das hat sich ja mittlerweile herumgesprochen!

 

Yoga bei Depression: perfekt in den Familienalltag einzubauen

Gerade, wenn man noch kleine Kinder hat und dadurch einfach sehr eingespannt ist, ist Yoga der perfekte Ausgleich. Die Ausstattung kostet quasi nichts. Gemütliche Klamotten und eine Yoga-Matte um ein paar Euro und man ist bestens ausgerüstet. Die eigenen vier Wände werden im Handumdrehen zum Yoga-Studio und dadurch, dass es mittlerweile wirklich gute Yoga-DVDs sowie Anleitungen im Internet gibt, sind die Übungen kinderleicht auch in Eigenregie durchzuführen. Manche Programme sind sogar speziell auf Menschen mit Depression abgestimmt!

Sobald die Kinder im Bett sind, oder mir auf andere Weise ein paar Minuten für mich gönnen, hole ich die Yogamatte hervor und stürze mich ins Vergnügen. Mal ist es eine ganze Session, dann wieder nur ein, zwei Übungen zwischendurch – je nach Lust und Laune. Die Regelmäßigkeit macht’s!

Und für all diejenigen, die sich alleine nicht aufraffen können oder anfangs unsicher sind, ob sie die Übungen richtig ausführen: Auch Kurse können richtig viel Spaß machen, man kommt unter Leute und lernt Gleichgesinnte kennen! Etwas, was einem oft genug fehlt, wenn man – der Depression wegen – in seinem Schneckenhäuschen sitzt.

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